Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Markgrafneusiedl

19301005-haushornist4Aufgrund der Beschaffenheit der Gebäude und der ungenügenden Feuerabwehr kam es häufig zu Bränden.

Bereits 1881 entschloss man sich, zum Schützen und Helfen eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Ein für die damalige Zeit sehr fortschrittlicher Entschluss, zu welchem der niederösterreichische Landtag 1870 die gesetzlichen Grundlagen geschaffen hatte.

In den folgenden Jahren wurde eine von Pferden gezogene, händisch betriebene Spritze mit 2 Arbeitszylindern angeschafft.

Im Jahre 1888 wurde das nun erforderliche Feuerwehrdepot in der Ortsmitte errichtet.

Am 18. 10. 1891 brannte im Haus Nr. 9 die Scheune ab sowie ein Teil der Planke des daneben befindlichen Pfarrhofes.

feuerwehrIn den Jahren 1893-1895 hatte die Gemeinde über 30 Brände zu verzeichnen. So kommt es, dass fast nur Gebäude solider Bauart bestehen. Am 23. 9. 1893 brach in Frohner´s Gutshof Nr. 50 ein Scheunenbrand aus, der die Scheune samt Maschinen und Wagen vernichtete.

Am 30. 9. brannten drei Strohschober bei den Häusern 45, 51 und 53. Am 1. 10. Feuer in Glinzendorf: Scheune bei J. Gartner und mehrere Strohtristen auf beiden Seiten in Brand; ganz Glinzendorf schien zu brennen. Am 2. 10. Scheune bei Nr. 35 und 36 sowie 5 Strohschober von Haus 20 bis 26 niedergebrannt.

Am 3. 10. Scheune Nr. 59 und Strohschober auf Nr. 47 in Flammen. Die Gendarmerie und 18 Mann der Feuerwehr konnten den Täter nicht entdecken. Am 28. 10. brannten in Großhofen die Häuser 1 bis 4 ab, während die Häuser 6 und 7 schon früher ein Raub der Flammen wurden. Am 8. November wieder Feuer in Markgrafneusiedl, Scheunenbrand auf Nr. 45. Nach langer Ruhe brannte am 18. 1. 1895 die Scheuer des Leopold Raidl 7 ab.  Im Februar und März vier Brände, auch bei Kirchenvater Michael Schreiner. Am 29. 7. Scheunenbrand bei Mühl 12 und Strohschober bei Mayer 11.

FF-spritzenweiheDie Bedrängnis in der Gemeinde wegen der vielen Brände nimmt zu.

Im September brannte die Scheune von Schöner Friedl und Karpfinger Andreas. Am 2. 10. Brand der Scheune des Kaufmannes Franz und 4 Strohtristen. Ab 3. 10. wurde ein Gendarm für vier Wochen nach Markgrafneusiedl abkommandiert. Am 22. 10. Scheunenbrand bei Weihrauch 19, am 23. 10. die Scheunen auf Nr. 20 und Nr. 24 niedergebrannt.

Zur großen Erleichterung der Bevölkerung konnte am Sonntag, 27. 10., die Brandstifterin festgenommen werden. Alles war überrascht, weil es eine Frau war. Sie gestand zirka 20 Brände.

Am 4. 10. 1905 brannte die Scheune des Pfarrhofes, welche bereits gemauert und mit Ziegeln gedeckt war, durch Brandstiftung nieder.

feuerwehrautoN4354-SykoraEnde der zwanziger Jahre wurde mit der Modernisierung der Ausrüstung unter Kdt. Leopold Haindl begonnen. Im Jahre 1928 wurde eine für die damalige Zeit supermoderne einachsige Motorspritze Fabrikat Rosenbauer angekauft. Dieses Gerät hatte einen 42 PS starken Motor, die Pumpe lieferte 1.000l Wasser per Minute. Es war die leistungsfähigste Anhängespritze in der Umgebung unseres Ortes. Die Einsatzbereitschaft und Schlagkraft der Wehr wurde dadurch wesentlich erhöht.

Infolge der schlechten wirtschaftlichen Situation in den folgenden Jahren konnten keine weiteren großen Anschaffungen getätigt werden.

In den Kriegswirren konnte die Wehr die Ausrüstung um eine Tragkraftspritze, Baujahr 1928, erweitern.

Nun folgte eine harte Zeit für unsere Wehr. Für die vorhandenen Geräte gab es keine Ersatzteile, die Ausrüstung war mangelhaft und konnte nicht ergänzt werden. Eine alte Handspritze mit zwei Arbeitszylindern wurde wieder reaktiviert.

Mit viel Idealismus konnte Kommandant Lorenz Prenner und später Kommandant Lorenz Hofer die beiden Geräte wieder einsatzbereit machen. Langsam ging es nun wieder aufwärts. Es konnte neues Schlauchmaterial angekauft werden. Im Jahre 1953 wurde ein Kleinaggregat erworben. Auf einem alten Gummiwagen wurde ein in Eigenregie angefertigter 3.000l -Tank montiert, unser erstes "Tanklöschfahrzeug" mit Traktorzug.

Nun wurde an die weitere Verbesserung der Ausrüstung gedacht. Im Jahre 1957 wurde eine Tragkraftspritze angekauft, im folgenden Jahr der dafür erforderliche Geräteanhänger. Die Einsatzbereitschaft konnte dadurch wesentlich verbessert werden.

Depotweihe-1963cIm Jahre 1963 wurde ein Wunschtraum wahr, am 9. Juni wurde unser neues Zeughaus eingeweiht. Die Ausrüstung wurde systematisch verbessert. 1968 war ein weiterer Höhepunkt für unsere Wehr, am 9. Juni wurde unser erstes Tanklöschfahrzeug, Opel Blitz TLF 1000 der Fa. Rosenbauer, geweiht und seiner Bestimmung übergeben.

Die Ausbildung der Wehrkameraden wurde beständig durch Übungen, Besuch von Kursen und Teilnahme an den Landes- und Bezirkswettkämpfen verbessert.


Im Jahre 1969 wurde in unserem Ort der Bezirksfeuerwehrtag abgehalten.


Unsere Wettkampfgruppe konnte bei den Bezirkswettkämpfen den ersten Platz beim Bewerb Silber und den dritten Platz beim Bewerb Bronze erringen.

Bei großen Feldbränden zeigte sich, dass unser TLF 1000 für diese Einsätze nicht das geeignete Fahrzeug ist. Um Mannschaft und Gerät nicht zu gefährden, wurde der Ankauf eines TLF 2000 mit Allradantrieb und Nebenwelle zur Inbetriebnahme der Spritze in Erwägung gezogen. Bei Gesprächen mit Bürgermeister Sykora und dem Gemeinderat konnte die Zusage über den Ankauf eines TLF 2000 gesichert werden.

Am 30. Juni 1974 konnte unser neues Fahrzeug im Rahmen einer Tagesfeier seiner Bestimmung übergeben werden.

Infolge der in den letzten Jahren immer häufiger auftretenden Verkehrsunfälle und der damit verbundenen Einsätze war unsere Ausrüstung erneut mangelhaft.

Mannschaft-1981Aus diesem Grunde wurde im Jahre 1979 ein gebrauchter VW-Bus angekauft. Dieser wurde nun entsprechend den Erfordernissen umgebaut und mit dem notwendigen Gerät für technische Einsätze ausgerüstet.

Um einen eigenen Sitzungssaal und sanitäre Anlagen zu haben, wurde das FF Haus von 1987 bis 1989 umgebaut.

Aufgrund der steigenden technischen Einsätze wurde 1991 ein LFB angekauft und bei unserem jährlich stattfindenden Pfingstfest seiner Bestimmung übergeben. 

1991 wurde die Feuerwehrjugend gegründet um den Nachwuchs der Feuerwehr zu sichern und um den Jugendlichen eine sinnvolle Beschäftigung und Ausbildung zu bieten.

1993 wurde ein neues Kommandofahrzeug angeschafft und in Eigenregie umgebaut.

Im Juni 2000 wurde unser neues TLFA 3000 gesegnet und dadurch wurde die Ausrüstung auf den letzten Stand gebracht.

Im Jahr 2002 wurden der neue Zubau und das neue KDO eingeweiht.
 

Die Mannschaftsstärke ist zu unserer Freude seit 30 Jahren nahezu unverändert mit mehr als 50 Aktiven.

Quellennachweis: K.k. Archiv für NÖ, Pfarrchronik und mündliche Überlieferung.